Bericht 2. Frankfurter Tag der Musiktherapie

... aus der Musiktherapie

Am 17.05.2014 jährte sich erstmalig die Gründung des Frankfurter Arbeitskreises für Musiktherapie (famt) e. V.. Genau an diesem Tag fand der 2. Tag der Musiktherapie statt. 33 Musiktherapeuten folgten der Einladung in die Räumlichkeiten der Frankfurter Fachhochschule. Ein Jahr nach Schließung des Masterstudienganges für Musiktherapie zeigte sich hier, wie die besondere Qualität mit ihren Inhalten und Arbeitsformen am Standort Frankfurt von ehemaligen Dozenten, Absolventen sowie weiteren Musiktherapeuten über die Rhein-Main-Region hinaus bewahrt, weiter gegeben und in die Zukunft hinein entwickelt wird.


DSC00796Für den Hauptvortrag zum Thema „Zwischen symptomzentriertem Arbeiten und dem Anspruch tiefenpsychologisch orientierter psychotherapeutischer Behandlung – zu den Möglichkeiten und Grenzen der Musiktherapie in der Psychiatrie" konnte Frau Prof. Dr. Dorothee von Moreau gewonnen werden. In plastischer Weise spannte die Leiterin des Masterstudiengangs für Musiktherapie der SRH Hochschule Heidelberg in ihrem Vortrag den Bogen zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen Vision und Wirklichkeit auf. Der kreative Kreisprozess des Patienten von Handeln und Wahrnehmen, emotionalem Erleben und kognitivem Reflektieren erscheint eingebettet in einen Kreisprozess der therapeutischen Beziehung mit den Parametern gehört werden – miterleben – Resonanz erfahren – Antwort erhalten. Die Prozessorientierung vollzieht sich sowohl von der Spezifik psychiatrischer Patienten als auch von den institutionellen Rahmenbedingungen ausgehend an den seelischen Möglichkeiten des Patienten.

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Nach der Mittagspause wurde dem Thema des Tages in Workshops zu den Arbeitsfeldern Tinnitus, Trauma, Psychoonkologie und Verhaltenstherapie in der Psychiatrie nachgegangen. Hier entwickelte sich ein lebendiger Austausch unter den Teilnehmenden. Es wurde schnell deutlich, dass ein rein symptomzentriertes musiktherapeutisches Arbeiten nicht tatsächlich völlig trennbar ist von psychodynamischen Phänomen.

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Die Abschlussimprovisation im Plenum entfaltete eine Polarität zwischen Gelassenheit und Aktivität. In präsenter Grundhaltung, wie sie auch für therapeutisches Arbeiten gilt, spiegelte sich hier die Fokussierung zugunsten entwicklungsfördernder Prozessorientiertheit gegenüber leistungsbezogener Zielorientiertheit wieder.

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Neben dem 2. Tag der Musiktherapie wurden über famt e. V. im ersten Halbjahr 2014 drei Tagesseminare angeboten. Diese Reihe wird im zweiten Halbjahr in gleicher Weise fortgesetzt. Nähere Informationen dazu stehen auf der Homepage unter www.famt.de.

Bericht: Maria Sembdner Fotos: Katrin Dörr

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